Liebe Leute,
hier findet Ihr die Audio-Aufnahmen einiger unserer Veranstaltungen. Viel Spaß beim Reinhören!
Eure Tristeza-Veranstaltungs-AG


Topf & Söhne: Hausbesetzung auf einem Täterort


Die Hausbesetzung auf dem ehemaligen Gelände der Erfurter Firma Topf & Söhne, die in der Zeit des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen für Vernichtungslager hergestellt hatte, war in den 2000er-Jahren eines der bekanntesten linksradikalen Projekte in Deutschland. Das von Beteiligten der Besetzung herausgegebene Buch will die Erfahrungen dieser Zeit festhalten. Mit Erzählungen und Analysen werden gemeinsame Kämpfe und interne Streitigkeiten rekonstruiert, die historische Bedeutung der Firma Topf & Söhne diskutiert und mit anderen Beteiligten über Ratten und Debatten gesprochen. Einige Autor_innen des Buches stellen ausgewählte Texte aus dem Buch vor und liefern einen Überblick über die Zeit der Besetzung und die Geschichte der Firma Topf & Söhne.


Lesung am 23. März 2013

Lesung (36 MB, 1h 6min)


Im Kampf gegen den "Genderismus"


Infoabend vom 18. März 2013 zu antifeministischer Agitation in der extremen Rechten

„Raus aus den Köpfen - Genderterror abschaffen!“ heißt eine Kampagne von Neonazis. Gemeint ist: zurück zu den „natürlichen“ Geschlechterrollen, Schluss mit der Verwirrung! Die Definition, was echte Männer und was echte Frauen (Mütter) zu sein hätten, ist für die Konstruktion einer völkisch-rassistischen Gemeinschaft von fundamentaler Bedeutung. Dabei greift die neonazistische Szene gesamtgesellschaftliche Debatten um geschlechterpolitische Themen auf und kann sich auf antifeministische Positionen aus der Neuen Rechten, der sogenannten „Lebensschutz“-Bewegung und dem rechtskonservativen und christlichen Spektrum berufen. In einem mit vielen Beispielen angereicherten Vortrag wollen wir klassische Geschlechterrollenideale der (extremen) Rechten vorstellen und mit der Realität abgleichen und die Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu gesamtgesellschaftlichen Debatten diskutieren.

Podium: Eike Sanders (Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum) und Juliane Lang (Dissens e.V.). Beide sind Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus.


Podiumsveranstaltung vom 18. März 2013

Input und Diskussion (61 MB, 1h 52min)


Frauenfussball in Deutschland


Das öffentliche Bild vom Frauenfußball ist von einer sexistischen Grundhaltung geprägt: Er wird allgemein als langsamer, weniger physisch, technisch anspruchsloser und somit weniger attraktiv im Vergleich zum Männerfußball beschrieben. Hier greifen die Mechanismen von Sexismus, d.h. der Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, doppelt: zum einen in der Unterscheidung von „Frauenfußball“ gegenüber “normalem” (Männer-)Fußball, zum anderen in der Darstellung von Frauen als weniger begabt. Im aktiven Spiel wie auch im Vereinswesen und in der Fanszene ist das Männliche dominant und gilt als Norm schlechthin.

An der Diskussionsrunde nahmen die Regisseurin Tanja Bubbel, die Kulturanthropologin Almut Sülzle sowie Vertreterinnen und Vertreter von SOCCER SOUND (LSVD Berlin-Brandenburg e.V.), DFC Kreuzberg, Tennis Borussia Berlin, Türkiyemspor Berlin sowie von der Initiative „Fußballfans gegen Homophobie“ teil.


Diskussionsrunde am 07. März 2013

Audio-Datei (29 MB, 50min)


DEIN BLOCK MEIN KIEZ #5: "Wem gehört Neukölln?"


Podiumsdiskussion zur Internationalen Bauausstellung 2020

Das Berliner Abgeordnetenhaus entscheidet in Kürze, ob sich Berlin als Ausrichter der Internationalen Bauausstellung 2020 (IBA) bewirbt, das Konzept unter dem Schlagwort "Stadtkapital!" ist längst erarbeitet. Auch Nordneukölln und die Tempelhofer Freiheit werden von den Macher_innen als "städtebauliche Herausforderung" identifiziert. Neukölln solle dem Ziel der "maximal gemischten Stadt" näher gebracht werden. Auch wenn das böse Wort mit "G" nirgends auftaucht, so hört man, dass die Debatten um Stadtaufwertung und soziale Entmischung die Autor_innen erreicht haben. Aber funktioniert die "gemeinsame Entwicklung solcher Projekte" tatsächlich, oder wird da nur eine Beteiligungsmöglichkeit suggeriert? Auf welche soziale Struktur der Stadt wird die IBA denn hinarbeiten? Und wie passt das Bekenntnis zum "sozial verträglichen modernen Bauen" in die aktuelle Politik des Senats, zumal explizit nach privaten Investoren gesucht wird?
br> Mit: Moritz Rinn (AK Umstrukturierung, Hamburg-Wilhelmsburg), Ricarda Pätzold (TU Berlin) und Jutta Blume (Journalistin, Berlin).


Veranstaltung vom 11. Juni 2012

Input & Diskussion (98 MB, 1h 49min)


Autonome Nationalisten und Geschlecht


Geschlecht wurde in den letzten Jahren verstärkt Thema in der Rechtsextremismusforschung. Im Zentrum der Diskussionen standen sowohl traditionelle Männlich- und Weiblichkeiten, als auch deren Widersprüche und Modernisierungen. Mit dem Aufkommen der Autonomen Nationalisten hat dies eine neue Facette erhalten, schien deren Orientierung auf jugendkulturelle Erlebniswelten die Palette von Geschlechteridentitäten im Rechtsextremismus erweitern zu können. Doch hält dies einer näheren Betrachtung stand? Oder verstecken sich hinter dem jugendlich-hippen Style ausschließlich alte Ideologien in neuen Klamotten?

Podiumsveranstaltung mit:
Eike Sanders (apabiz, Autorin eines Buchbeitrags zu Autonomen Nationalisten und Gender)
Kristin Witte (Autorin eines Buchbeitrags zur Inszenierung von Männlichkeit in Internetvideoclips aus dem Umfeld Autonomer Nationalisten)


Podiumsveranstaltung vom 08.12.2011

Input & Diskussion (56 MB, 1h 49min)


Von Lichterketten und anderen Aufständen


Nach Zusammenschluss der BRD und DDR sowie zahlreicher rassistischer Gewaltübergriffe auf Migrant_innen in den Jahren nach 1989 entstanden innerhalb der radikalen Linken Debatten über die Gefahr eines „Vierten Deutschen Reichs“. Mittlerweile stehen solche Prognosen nicht mehr zur Diskussion. Deutschland hat sich „modernisiert“. Von den Lichterketten 1993, dem Regierungswechsel zum unschuldigen Rot-Grün 1998 über den Antifa-Sommer 2001 bis heute entwickelte sich Deutschland zu einer Nation, die sich nicht mehr in Kontinuität ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit, sondern vielmehr in Abgrenzung zu ihr begreift. Die Vergangenheit sei erfolgreich „aufgearbeitet“ und Deutschland präsentiert sich selbstbewusst als „ganz normale“ Nation. Ist nun der Zeitpunkt gekommen, die antideutsche Position in eine antinationale zu transformieren?

Die Veranstaltungsreihe wendet sich gegen eine solche Schlussfolgerung und will aufzeigen, dass auch die Modernisierung nationalstaatlicher Legitimationsargumente vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte stattfindet. Durch eine Analyse der Verfasstheit des neuen deutschen Nationalismus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sollen seine Spezifik, die Rolle von Rassismus, Geschlecht und Kapitalismus diskutiert und zeitgemäße Positionen gegen Deutschland in einer postkolonialen und postnazistischen Gesellschaft formuliert werden.

Zur aktuellen Debatte um die Ausrichtung antinationaler Kritik in Deutschland:


25. Mai 2010: Deutsche in friedlichen Zeiten
Die Anatomie neudeutscher Normalität. Cafe Morgenland (FF/M)

Input (12.4 MB, 59 Minuten)

Diskussion (12.1 MB, 58 Minuten)


22. Juni 2010: Standort, Standort, Standort
Antinationalismus & Kapitalismuskritik. Jimmy Boyle Berlin

Referat (135 KB, pdf)



08. Juni 2010: Totalitarismus reloaded?!
Neue deutsche Gedenk(stätten)politik. Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis, Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark und AG Neuengamme.

Input (27 MB, 1h 09 Minuten)

Diskussion (35 MB, 55 Minuten)


27. April 2010: Zurück in die Zukunft
(Zivil-)gesellschaftliche Mobilisierung in Deutschland. INEX Leipzig

Input (16.2 MB, 1h 3 Minuten)

Diskussion (16.2 MB, 1h 4 Minuten)


13. April 2010: Irrsinn der Normalität
Nation, "deutsche" Geschlechter und Sport. Projektgruppe Nationalismuskritik (FF/M)

Input (16.2 MB, 1h 16 Minuten)

Diskussion (12.2 MB, 58 Minuten)



DEIN BLOCK, MEIN KIEZ #3 : "no integration - attak alemanya!"


Zum 3. Mal gab's "Dein Block mein Kiez" in Nord-Neukölln. Die Veranstaltung sollte ein deutliches und nicht zu überhörendes Statement gegen Rassismus, Ausgrenzung und Verdrängung bei uns im Kiez und überall sonst abgeben.


Infoveranstaltung vom 17. Juni 2010

Input von Manuela Bojadžijev und Figen Izgin (44.3 MB, 1h 09min)

Publikumsdiskussion (43.4 MB, 1h 08min)



Deutsch mich nich voll! - Jugendarbeit und Rassismus im Kiez


"Deutschenfeindlichkeit" ist das neue Schlagwort einer Debatte, die sich seit einigen Wochen in deutschen Medien abspielt. Deutsche SchülerInnen seien an Schulen in sozialen Brennpunkten wie Kreuzberg und Nord-Neukölln eine unterdrückte Minderheit, sie werden von "türkisch- und arabischstämmigen" Jugendlichen gemobbt, verprügelt, beschimpft. Der "islamische Abgrenzungswahn" oder wahlweise die kulturellen Differenzen sind schnell als Problem ausgemacht. Die Akteur_innen der Debatte empfinden sich dabei meist als Tabubrecher, die endlich mal sagen, was aus politischer Korrektheit niemand zu sagen wagt: Dass es mittlerweile einen "Rassismus" gegen Deutsche "im eigenen Land" gäbe. Der Tabubruch wirkt lächerlich, wenn man sich andere aktuelle Debatten vergegenwärtigt: Sarrazin landet mit seiner Hetze gegen muslimische Einwanderung auf Platz 1 der Bestsellerliste, Seehofer fordert einen Zuwanderungsstopp und erntet Applaus von der Kanzlerin.
Nur selten wird auf die sozialen Ursachen dieser Probleme verwiesen und gegen eine Ethnisierung der Schulhofkonflikte Stellung bezogen. Doch was verbirgt sich denn genau hinter diesen sozialen Ursachen? Wie sind die Lebensbedingungen der Jugendlichen hier im Kiez? Welche Rolle spielt die kulturelle Abgrenzung gegenüber Biodeutschen? Welchen Problemen widmet sich die Jugendarbeit hier vor Ort? Wir wollen Aktive aus dem Kiez zu Wort kommen lassen, die aus ihrer alltäglichen praktischen Arbeit berichten.

Mit Vertreter_innen von Cultures Interactive und Jugendzentrum Blueberry Inn.


Podiumsveranstaltung vom 13. November 2010

Audioaufnahme (19.3 MB, 1h 18min) - z.T. undeutlich -